Maß halten
Und: was ein AuPair wirklich kostet

Liebe {{custom_5}},
diese Woche gehen die Wiesn los und zumindest München steht Kopf. Du wirst viel Post mit Verweis auf das Oktoberfest in Deinem Posteingang haben. Aber dieser Newsletter hier ist anders. Er macht ein bisschen Laune darauf, widmet sich ansonsten aber anderen Themen. Zum Beispiel dem Unterschied zwischen einem guten und einem anstrengenden Tag: ob ich im Trainingsmodus bin, oder ob ich mich fühle, als stünde ich permanent im Wettkampf. Termine, Kinder, AuPairadise, Haushalt, alles gleichzeitig auf hundert Prozent. Wir schauen uns daher an, wie das mit dem Maßhalten besser klappen könnte. Nicht nur beim Bier.
Außerdem habe ich Dir die tatsächlichen Kosten eines AuPairs mal ehrlich durchgerechnet, verrate DIr meine liebste Herbst-Tarte, und ein bisschen Wiesn-Wahnsinn gibt's dann natürlich doch noch.
Schön, dass Du hier bist. Willkommen in der neuen Woche!🩷


Zwei Leserinnen haben mich in den letzten Wochen unabhängig voneinander dasselbe gefragt: Was kostet ein AuPair eigentlich wirklich?
Also habe ich nachgerechnet: Laufend, pro Monat: 280 € Taschengeld, ca. 50 € Krankenversicherung, 70 € Sprachkurs. Außerdem natürlich Unterkunft und Verpflegung ca. 150 € (vorausgesetzt, sie kann zuhause untergebracht werden und muss kein externes Zimmer angemietet bekommen), Mobiltelefonkosten ca. 15-20 € sowie Mobilität ca. 50-100 €, vor allem, wenn diese für die Wege der Kinder erforderlich ist. Macht real etwa 600 bis 670 € im Monat. Dazu kommen einmalig, zu Programmstart: die Vermittlung (0 bis 800 €, stark abhängig von der Agentur) und das Visum (100-300 €). Auch zahlen die Familien häufig die Anreise für ihr AuPair, denn meist fehlt ihnen dazu das Geld. Die Kosten für das AuPairadise Onboarding betragen übrigens normalerweise knapp 500 € - derzeit profitierst Du noch von unserem Launch Angebot für knapp 300 €.
Wichtig: Alle diese Kosten kannst Du als Kinderbetreuungskosten mit bis zu 4.000 € pro Kind und Jahr steuerlich absetzen. Bei zwei Kindern bezogen auf die oben genannten Kosten heißt das zum Beispiel: alles. (Besprich Dich hierzu aber noch mal mit Deinem Steuerberater!)
Eine ausführliche Kostenaufstellung zum Download bekommst Du in einer eigenen Ausgabe. 👉 Antworte mir einfach kurz auf diese Mail, wenn Du sie als eine der Ersten erhalten möchtest!

Worüber ich diese Woche nachdenke
„I train like I've never won. I compete like I've never lost."
— Eileen Gu, Freestyle-Skifahrerin und dreifache Olympiasiegerin
Ich mag dieses Zitat, weil es zwei Modi klar trennt, die wir im Alltag ständig vermischen. Trainingsmodus heißt: ausprobieren, lernen, auch mal scheitern, Systeme aufbauen. Wettkampfmodus heißt: liefern, zeigen, gewinnen wollen.
Bei Eileen Gu ist die Grenze klar. Bei uns Müttern verschwimmt sie fast komplett. Wir behandeln den Dienstagabend mit Hausaufgaben, Abendessen und einem Kunden-Call um 21 Uhr wie ein Finale. Dabei ist das doch eigentlich Training. Alltag. Übung.
Wir leben im Dauerwettkampf, obwohl wir die meiste Zeit eigentlich trainieren. Und das kostet Kraft, die wir für die echten Wettkampftage bräuchten. Für das Kundenmeeting, das wirklich zählt. Für das Gespräch mit dem Kind, das gerade wirklich wichtig ist.
Was wir dabei manchmal vernachlässigen: Wenn es dann tatsächlich zählt, wenn genau der Moment da ist, in dem wir uns zeigen dürften oder sollten, gehen wir trotzdem oft nicht in den echten Wettkampfmodus. Wir bleiben im Training, obwohl gerade Wettkampf dran wäre. Das große Gespräch, die Bühne, die Entscheidung, bei der es wirklich auf uns ankommt: Genau da halten wir Frauen uns manchmal zu sehr zurück.
Und das Verrückte ist: Wenn wir uns diesen echten Wettkampftag zu selten erlauben, wird das Training härter. Ohne die Momente, in denen wir wirklich alles geben, verlernen wir das Gefühl dafür, wie sich Vollgas - und der Erfolg danach - eigentlich anfühlt. Zusätzlich zur Tatsache, dass wir in zu wenigen "Wettkampfarenen" auftauchen, wird der Alltag dann nicht leichter, weil wir ja „nur trainieren". Er wird zäher, weil wir uns nie beweisen, wozu wir eigentlich fähig sind.
Was mir hilft: mich am Abend vorher kurz zu fragen, in welchem Modus ich gerade eigentlich bin. Trainingstag oder Wettkampftag? Bei den meisten Alltagsdingen lautet die ehrliche Antwort: Training. Und Training darf unperfekt sein. Muss es sogar. Aber wenn Wettkampf dran ist, dann bitte auch wirklich Wettkampf - und so, als hättest Du nie einen verloren!
Meine Frage an Dich diese Woche: In wie vielen Momenten Deines Alltags tust Du gerade so, als wäre es ein Wettkampf, obwohl es eigentlich nur Training ist, und wo hältst Du Dich umgekehrt zurück, obwohl gerade Dein Wettkampftag wäre?🩷
Und falls Du dieses Gefühl kennst: Genau darum geht es auch bei den Tartes weiter unten. Nicht perfekt. Einfach gemacht.

In Evi's Welt gut gelöst
Dass ich es liebe, zu backen, muss ich Dir nicht mehr erzählen. Trotzdem ist nicht immer Zeit oder der richtige Tag für Torte. Dann darf es auch Tarte sein, die faule und unperfekte Variante.
Der Mürbeteig selbst ist unkompliziert: Mehl, kalte Butter, ein Ei, eine Prise Salz und etwas Zucker, alles kurz verkneten, 30 Minuten kalt stellen. Wer's noch einfacher mag: Der fertige Mürbeteig aus dem Kühlregal tut's genauso gut. Serviert wird jede der drei Tartes am besten mit einem ordentlichen Klecks Schlagsahne.
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Zwetschgentarte. Mürbeteig in die Form drücken, kein Ausrollen nötig, niemand merkt den Unterschied. Halbierte Zwetschgen mit der Schnittfläche nach oben eng auflegen, etwas Zimt und Zucker und/oder Mandelblätter drüber, 35 Minuten backen. Fertig. Meine Favoritin!
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Apfeltarte. Dünn geschnittene Äpfel fächerförmig auslegen, mit etwas Aprikosenmarmelade bepinseln, bevor sie in den Ofen kommt. Das gibt später den Glanz. Wer's mag: eine Handvoll gehackte Mandeln drunter.
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Aprikosentarte. Halbierte Aprikosen, Kerne raus, genauso eng aufgelegt wie bei den Zwetschgen. Diese Variante ist die süßeste der drei, braucht also weniger Zucker. Auch hier gibt es ihr einen schicken Teint, wenn Du noch ein bisschen Aprikosenmarmelade vor dem Backen auf die Aprikosen pinselst.
Der eigentliche Trick bei allen dreien: Der Teig darf ruhig ein bisschen schief in der Form sitzen. Das Obst kaschiert alles. Eine Tarte muss nicht schön sein, um großartig zu schmecken.

Evi's Fundstücke
🍽️ Auf meinem Teller: Brezn mit selbstgemachtem Obatzda. Camembert, Butter, Paprika, ein Schluck Bier untermischen. Schmeckt besser als jeder gekaufte Aufstrich.
👜 In meiner Tasche: Mein Dirndl von letztem Jahr, wieder. Ich muss nicht jedes Jahr neu shoppen, nur weil Wiesn ist.
💛 In meinem Herzen: Wenn Ihr die Chance habt, geht mit Euren Kindern auf die Wiesn. Es kostet Nerven, es ist voll, man hat ständig das Gefühl, gleich ein Kind zu verlieren. Aber die Kinder finden das so spannend, die Fahrgeschäfte, das Blinken, das Karussell, dass es sich jedes Mal lohnt. Und ehrlich: Es ist eine schöne Abwechslung zu Bier und Tischtanzen.

Bis nächste Woche in Evi's World! Danke, dass Du hier bist.
Du bist großartig.
Und Du bist hier genau richtig.
Deine Evi

Gründerin Evi Meyer's World
P.S. Wenn Du diese Woche einen eigenen Wettkampf-Moment hast, der eigentlich nur Training war (oder umgekehrt): Schreib's mir. Ich lese wirklich jede Antwort. 🩷

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