Danke, Dolly!🩷
Was Dolly, Meta und mein Wäschekorb gemeinsam haben

Liebe {{custom_5}}
letzten Dienstag ist Dolly Parton gestorben. Ich bin bzw. war kein bekennender Dolly Parton Fan. Dennoch hat mich die Nachricht traurig gemacht. Weil Dolly für so vieles stand, das ich an Frauen liebe. Sie war ambitioniert, ohne sich je dafür zu entschuldigen. Sie, die aus ärmsten Verhältnissen stammte, hat über 3.000 (!) Songs geschrieben. Einen eigenen Freizeitpark aufgebaut. Und hat ganz leise, über Jahrzehnte hinweg, mehr als 300 Millionen Bücher an Kinder auf der ganzen Welt verschenkt. Sie hat sich nie kleiner gemacht, als sie war, und über sich selbst gelacht, bevor es andere tun konnten. „Es kostet ein Vermögen, so billig auszusehen" – so einen Satz sagt nur eine Frau, die genau weiß, wer sie ist.
Und dann war da noch der Rest dieser Woche. Der Prozess gegen Lindsay Clancy in Massachusetts, den ich seit Wochen verfolge. Und am Mittwoch der Vergleich von Meta im Verfahren um Social-Media-Sucht bei Kindern und Jugendlichen. Dazwischen all die eigentlich großen Nachrichten, die es natürlich auch gab. Nichts davon hat direkt mit meinem Frankfurter Küchen- oder Schreibtisch zu tun. Und trotzdem hat mich die letzte Woche etwas durcheinandergebracht.
Wahrscheinlich weil ich gerade selbst mitten in einer intensiven Phase mit einigen Veränderungen stecke und ein bisschen dünnhäutig bin. Zumeist positive Veränderungen, aber ich merke in den letzten Wochen immer mal wieder, dass ich mein zentrales Nervensystem ganz bewusst runterfahren muss.
Daher nehme ich Dich mit in diese Woche, die sehr voll war, und meine Betrachtungen dazu. Was diese drei Nachrichten für mich miteinander zu tun haben. Unter In Evi's Welt gut gelöst findest Du meine zehn ganz konkreten, völlig unspektakulären Wege, das Nervensystem herunterzuregeln. Und bei Evi’ Fundstücken gibt es - wie könnte es bei so viel Dolly anders sein - endlich mal wieder eine Playlist. 🎵
Schön, dass Du hier bist. Willkommen in der neuen Woche, für die ich Dir (und mir!) neben all dem Erfolg und ganz viel Freude viele ruhige und entspannte Minuten wünsche!🩷


Unsere Founding Edition läuft, und ich lerne gerade mindestens so viel wie die Familien, die dabei sind (nur anders!). Es kommen wertvolle Rückmeldungen rein, die wir direkt ins Produkt übersetzen. Genau dafür ist eine Founding Edition da: für ein Produkt, das mit echten Menschen wächst.
Am meisten berührt mich, wie großartig die AuPairs selbst dabei sind. Sie sagen uns, wo etwas unklar formuliert ist oder wo sie sich in den ersten Wochen mehr Sicherheit gewünscht hätten, und machen das Onboarding damit jeden Tag ein Stück besser.
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Worüber ich diese Woche nachdenke
„Figure out who you are. Then do it on purpose."
— Dolly Parton
Drei Nachrichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, außer dass sie alle aus den USA kommen. Die mich diese Woche aber trotzdem alle berührt haben. Und irgendwie doch ein bisschen miteinander zusammenhängen:
Die erste: Dolly. Eine Frau, die alles sein durfte. Laut und klug. Geschäftsfrau und Songschreiberin. Selbstironisch und knallhart ambitioniert. Sie hat nie so getan, als müsse sie sich für einen dieser Teile entscheiden. Genau das wünsche ich mir für uns alle: dass wir zwischen Ehrgeiz und Wärme keine Wahl treffen müssen.
Die zweite: der Prozess gegen Lindsay Clancy in Massachusetts. Eine Mutter, die 2023 ihre drei kleinen Kinder getötet hat. Die Jury entscheidet gerade, ob eine postpartale Psychose sie strafrechtlich unzurechnungsfähig gemacht hat. Was mich beschäftigt, ist eine Beobachtung am Rand: wie viele Mütter in diesem Fall an ihrer Seite stehen. Keine dieser Frauen entschuldigt, was passiert ist. Sie erkennen etwas wieder. Vor Gericht kam zur Sprache, dass Clancy zweimal bei einer Krisen-Hotline anrief und beide Male weiterverwiesen wurde. Postpartale Psychosen sind selten. Mütter, die um Hilfe bitten und mit einem freundlichen „Das wird schon wieder" nach Hause gehen, sind es nicht. Diesen Nerv trifft der Fall von Lindsay Clancy. Die stille Angst, dass niemand richtig hinschaut, wenn es einer Mutter schlecht geht.
Hinweis: Falls Du das liest und denkst „das ist näher an mir dran, als mir lieb ist": Die Telefonseelsorge erreichst Du rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111. Für alles rund um Schwangerschaft und Geburt gibt es Schatten und Licht e.V.
Die dritte: Meta. Am Mittwoch hat sich der Konzern hinter Instagram und Facebook mitten im laufenden Verfahren mit einer Koalition von US-Bundesstaaten verglichen. Bis zu 17 Milliarden Dollar, verteilt über zehn Jahre. Der Vorwurf: Die Plattformen seien bewusst so gebaut worden, dass Kinder und Jugendliche daran hängen bleiben, und das Unternehmen habe die Öffentlichkeit darüber getäuscht. Meta bestreitet die Vorwürfe. Zur Einigung gehören trotzdem tägliche Zeitlimits für Jugendliche, Sperren für die Nachtstunden, strengere Alterskontrollen und ein optionaler Feed ganz ohne Algorithmus.
Es tut sich in dieser Sache also ein bisschen was und wir dürfen ein wenig hoffen für unsere und alle zukünftigen Kinder. Denn wenn ein Produkt darauf ausgelegt ist, erwachsene Nervensysteme zu überfordern, welche Chance haben die Kleinen und Jungen dann noch? Und auch ehrlich gefragt, welche haben wir?
It takes a village to raise a child. Wir haben an mancher Stelle jedoch das Village abgeschafft.
Zwei Geschichten, in denen es darum geht, wie viel wir aushalten sollen und wie wenig Infrastruktur wir dabei haben. Die Mutter, die allein durchhalten soll. Die Mutter, die ihre Kinder vor den Methoden eines Milliardenkonzerns zu schützen versucht, ihnen dabei aber selbst unterlegen ist. Ich glaube, das ist der Grund, weshalb mich Dolly's Tod diese Woche so berührt. Sie hat ein Stück Village gebaut, wo keines war. Dreißig Jahre lang, Buch für Buch, für Kinder, die sie nie treffen würde. Von dieser Sorte Mensch möchten wir gerne mehr!
Meine Frage an Dich diese Woche: Wer gehört zu Deinem Village? Für wen bist Du selbst ein Village? Zu oft fällt die zweite Liste länger aus. Wer könnte daher noch auf der ersten stehen? Und wen davon könntest Du öfter fragen?🩷

In Evi's Welt gut gelöst
Zehn Wege, Dein Nervensystem runterzufahren. Ohne App, ohne Retreat, ohne Zusatztermin.
Ich habe in den letzten Jahren viel ausprobiert. Was bei mir funktioniert, hat fast nie mit Selbstoptimierung zu tun. Es ist erstaunlich altmodisch, ziemlich langweilig und genau deshalb sehr wirksam.
1. Streiche „Ich bin im Stress" aus Deinem Wortschatz. Wir manifestieren unseren Zustand mit unserer Sprache. Wer zwanzigmal am Tag sagt „ich bin so im Stress", erzählt seinem Körper zwanzigmal am Tag, dass Gefahr im Verzug ist. Ich sage daher lieber: „Ich habe heute viel vor" oder „Ich habe gerade eine volle Woche." Klingt nach Wortklauberei, verändert aber tatsächlich, wie es sich anfühlt. Probier es eine Woche lang aus und beobachte Dich dabei.
2. Mach’ ein Puzzle. Ich weiß, das klingt nach Kur und Esotherik. Aber es funktioniert. Ein Puzzle beschäftigt exakt den Teil Deines Gehirns, der sonst Sorgenkarussell fährt, und zwar mit einer Aufgabe, die vollkommen konsequenzenlos ist. Bei uns liegt das Puzzle auf einem großen Holzbrett und wandert damit durchs Haus: vom Küchentisch auf den Teppich, manchmal auf den eingeklappten Flügel. Es muss nie weggeräumt werden, es zieht nur um. Und meine Kinder setzen sich einfach dazu, wo immer es gerade steht.
3. Falte Wäsche. Der größte unterschätzte Beruhigungshack der Welt. (Vor allem dann, wenn Du es willst, nicht unbedingt musst!) Wäsche falten ist rhythmisch, es riecht gut, es hat einen sichtbaren Anfang und ein sichtbares Ende (zumindest wenn man auf den vor einem stehenden Wäschekorb schaut!). In einem Leben, in dem fast nichts jemals wirklich fertig ist, ist ein Stapel gefalteter T-Shirts fast schon eine Therapieform. Wichtig: ohne Podcast, ohne Serie im Hintergrund. Und wenn ich sie hin und wieder mit einem meiner Kinder zusammen falte, erzählen sie mir Dinge, die am Abendbrottisch nie ans Licht kommen würden. Weil niemand sich gegenübersitzt, weil die Hände beschäftigt sind, weil es keinen Anlass braucht. Daher weiß ich nun auch, dass mein frisch gebackenes Schulkind in Klasse 1 in Julian “verliebt” ist (Name redaktionell geändert).
4. Nimm Dir ein Malbuch. Ja, so eines für Erwachsene. Ich hatte auch Vorbehalte, habe mich dann aber von Otti überreden lassen. Und saß neulich abends mit ihr am Tisch, sie malte Einhörner aus, ich meine Snoopies (lieb' ich, schon immer!), und nach zwanzig Minuten war mein Kopf wieder aufgeräumt. Ausmalen ist repetitiv, es hat klare Grenzen, und es gibt kein Falsch. Genau das braucht ein überreiztes System.
5. Lass' das Handy in der Tasche. Im Café. Beim Lunch alleine im Restaurant. Im Wartezimmer beim Arzt. Am Bahnsteig. Lass' das Handy einfach mal in der Tasche und lass den Raum auf Dich wirken. Höre auf Deinen Atem. Lass' die Gedanken kommen, auch die unbequemen. Maximal erlaubt sind Zettel und Stift, falls Dir eine Idee kommt, die zu gut zum Vergessen ist. Unser Gehirn braucht Leerlauf, um zu sortieren. Wir geben ihm nur nie welchen.
6. Summe oder singe. Deine Stimmbänder liegen direkt am Vagusnerv, dem wichtigsten Beruhigungsnerv Deines Körpers. Summen wirkt darauf wie eine sanfte Massage von innen. Ich singe im Auto, laut und sehr schlecht. Meine Teenager wie auch die Kleinen sterben dabei tausend Tode auf dem Rücksitz. Sei’s drum, mir geht’s danach besser!💛
7. Lauf ohne Uhr. Ich liebe Laufen. Ich liebe auch Daten. Aber ein Lauf mit Pace-Ziel ist Training, und Runterfahren geht anders. Lass die Uhr einmal die Woche zuhause und lauf so schnell, wie es sich gut anfühlt. Ohne Kopfhörer. Ohne zu wissen, wie weit. Das erste Mal war für mich fast unangenehm. Inzwischen ist es der beste Lauf der Woche.
8. Mach ein bisschen Gartenarbeit. Nur ein bisschen "Gardening Light". Ein picobello aufgeräumter Balkon oder Garten ist ausdrücklich kein Ziel, das wäre ja nur die nächste To-do-Liste. Ich meine die kleine Ecke, die in zwanzig Minuten fertig ist und danach sichtbar besser aussieht: ein Beet jäten, Verblühtes abschneiden, Kräuter umtopfen, die Töpfe auf der Terrasse neu sortieren. Erde unter den Fingernägeln, Luft im Gesicht, und am Ende etwas, das Du anschauen kannst. Wie beim Wäschefalten liegt die Wirkung in dem sichtbaren Ende. Dazu kommt, dass es einfach Spaß macht, was bei Beruhigungstechniken erstaunlich selten vorkommt. Pflanzen erwarten kein Feedback und stellen keine Rückfragen. Sie wachsen einfach weiter.
9. Schau in die Weite. Auf den Horizont. Wir starren den ganzen Tag auf Dinge, die maximal 40 Zentimeter entfernt sind. Der Blick in die Ferne, über den Main, aus dem Fenster, in den Himmel, schaltet Deine Wahrnehmung von Tunnelblick auf Weitwinkel. Und der Körper folgt dem Blick. Erweitere buchstäblich Deine Perspektive und Du erweiterst sie auch im Kopf. Was eben noch riesig aussah, bekommt plötzlich wieder eine Größe, die zu bewältigen ist. Zwei Minuten reichen.
10. Schreib es auf, statt es zu denken. Handschriftlich. Ein Zettel, drei Minuten, alles raus, was im Kopf kreist. Notfalls auch nachts. Keine Struktur, keine Prioritäten, keine schöne Schrift. Ein Gedanke, der auf Papier steht, muss nicht mehr im Kopf gehalten werden. Dein Kopf ist ein hervorragender Ideengeber und ein miserabler Aktenschrank.
👉 Such Dir für diese Woche genau zwei davon aus.

Evi's Fundstücke
🎵 Auf meinen Ohren: Evi's Calm-Down-Playlist
Hier ist endlich mal wieder eine Playlist. Ich höre sie beim Schreiben, beim Wäschefalten, im Zug, im Flieger und immer dann, wenn der Kopf zu laut ist. Ein paar der Titel:
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Evi's Calm-Down-Playlist Playlist · Evi's Calm-Down-Playlist · 16 items open.spotify.com |
🧩 Ein wirklich schönes Puzzle
Wenn Du Punkt 2 ernst nimmst, dann bitte mit einem Motiv, das Du auch eine Woche lang bei Dir liegen haben magst. Und mit einem Holzbrett oder einer festen Pappe darunter. Design darf auch bei Entspannung eine Rolle spielen. Wir sind ja nicht in der Kur.
👉 Hier geht’s zu schönen Puzzles für Erwachsene
💛 Dolly Partons Imagination Library
Schau Dir an, was diese Frau ganz nebenbei aufgebaut hat. Seit 1995 verschickt ihre Imagination Library kostenlos Bücher an Kinder, inzwischen über 300 Millionen Stück weltweit, nur leider nicht in Deutschland. Ein Mensch, ein Gedanke, dreißig Jahre konsequentes Handeln. Falls Du diese Woche eine Erinnerung daran brauchst, dass Impact selten laut ist: hier ist sie.
Bis nächste Woche in Evi's World! Danke, dass Du hier bist.
Du bist großartig.
Und Du bist hier genau richtig.

Gründerin Evi Meyer’s World

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