Die nackte Ostsee-Dame hatte recht.
Und: Evi's Betriebssystem – Routinen, die mich durch Job und vier Kinder tragen. ⭐

Liebe {{custom_5}}
Ich war letzte Woche morgens am Ostseestrand zum Yoga und Schwimmen. Nachdem ich meine Yoga-Sequenz beendet hatte, kam eine ältere Dame auf mich zu - splitterfasernackt und unverschämt fröhlich! Sie wollte alles zu meiner Yoga-Praxis wissen und auf die Frage hin, ob sie denn selbst Yoga mache, sagte sie nur in unverhohlenem Norddeutsch: „Nee, dat is mien Morgen. Erst mach ich'n büschen Gymnastik, denn geh ich in de See. Mach ich schon seit Johren so. Sonst is der Dag irgendwie nich richtig.“
Ich wünschte ihr einen richtig schönen Tag, innerlich ein laaaaanges Leben und dachte während meines eigenen Schwimmens noch viel an die Schönheit und Kraft von Routinen. Denn auch wenn ich eine große Verfechterin von Neuem, Veränderungen, Raus-aus-der Komfortzone bin, braucht es auch gleichzeitig das Gegenteil: Routinen, Rituale und Wiederholungen. Langweilig? Eher das Gegenteil - lies unten, warum ich denke, dass sie unser Motor sind.

Außerdem: Warum Routinen für AuPairs mindestens genauso wichtig sind wie für uns und wie wir das auch in AuPairadise berücksichtigt haben. Und: Wie Du Routinen so aufbaust, dass sie halten – und nicht nach drei Tagen kollabieren plus meine eigenen kleinen wöchentlichen Routinen. Und ein paar kleine persönliche "Fundstücke" habe ich natürlich auch noch für Dich.
Willkommen in der neuen Woche und viel Spaß beim Lesen!

Ein neues Land, eine neue Sprache, eine neue Familie, neue Regeln – für AuPairs verändert sich innerhalb weniger Tage fast ihr gesamtes Leben. Gerade in dieser Anfangszeit geben Routinen etwas, das oft fehlt: Sicherheit. Sie schaffen Orientierung, schenken Verlässlichkeit und helfen dabei, dass aus einem fremden Ort Schritt für Schritt ein Zuhause wird. Feste Abläufe nehmen Unsicherheit, können Heimweh abfedern und geben das gute Gefühl: Ich weiß, was heute auf mich zukommt.
Und wer sich sicher fühlt, macht auch einen besseren Job. Genau deshalb sind Routinen ein fester Bestandteil von AuPairadise. Das Programm begleitet AuPairs über sechs bis acht Wochen mit einer klaren Struktur, kurzen Reflexionen am Ende jedes Moduls und regelmäßigen Check-ins im Inner Circle sowie Community Calls alle ein bis zwei Wochen. Um Halt zu geben. Weil Ankommen kein einzelner Moment ist, sondern ein Prozess. Und weil kleine, wiederkehrende Rituale den größten Unterschied machen können.
Im September startet die neue AuPairadise Class. Wenn Du das nicht verpassen möchtest, kannst Du Dich hier auf die Warteliste setzen lassen:

Worüber ich diese Woche nachdenke
"The little things? The little moments? They aren't little."
— Jon Kabat-Zinn
Ich glaube, wir unterschätzen oft die Kraft der kleinen Dinge. Wir warten auf die großen Veränderungen, die großen Momente, die großen Durchbrüche. Dabei entsteht unser Alltag – und damit auch unser Leben – vor allem aus dem, was wir immer wieder tun. Aus den kleinen Ritualen, die uns morgens in den Tag bringen. Aus dem Kaffee in Ruhe, dem kurzen Spaziergang, dem Gespräch mit einem Menschen, der uns guttut.
Gerade in einem vollen Alltag mit Job, Familie und tausend kleinen Entscheidungen sind Routinen kein Zeichen von Langeweile oder fehlender Spontaneität. Im Gegenteil: Sie schaffen den sicheren Rahmen, in dem wir wieder mehr Energie für die Dinge haben, die unsere Aufmerksamkeit wirklich verdienen. Denn wenn nicht jede Kleinigkeit neu entschieden werden muss, bleibt mehr Raum für Kreativität, Verbindung und die Momente, die den Unterschied machen.

Daher für Dich diese Frage diese Woche: Welche kleine Sache tut mir so gut, dass ich sie bewusst öfter zu einem festen Teil meines Lebens machen möchte?
In Evi's Welt gut gelöst
Wie Du Routinen so aufbaust, dass sie halten – und nicht nach drei Tagen kollabieren.
1. Fange klein an. Nicht „jeden Morgen 30 Minuten meditieren und dann auch noch Sport plus Journaling", sondern erst mal eine kleine Sache, die sitzt, bevor die nächste kommt.
2. Verknüpfe neue Routinen mit bestehenden. Das nennt sich Habit Stacking – und es funktioniert, da Dein Gehirn bereits bestehende Pfade nutzt. Kaffee kochen → drei Seiten lesen. Kinder aus dem Kindergarten abholen → kurzer Spaziergang statt direkt nach Hause. Klein, aber wirksam.
3. Mache Wiederholung sichtbar. Ein simples Häkchen im Kalender, ein Kreuz auf dem Papier, ein groß angelegter und sichtbarer Tracker am Kühlschrank – das klingt banal, fühlt sich aber überraschend gut an. Unser Gehirn liebt sichtbaren Fortschritt. Nutze das!
4. Unterscheide zwischen Routine und Rigidität. Eine Routine soll Dir dienen – nicht umgekehrt. Wenn sie an einem Tag nicht klappt: kein Drama. Eine ausgelassene Wiederholung zerstört keine Gewohnheit. Zwei schon eher. Daher: morgen einfach weitermachen.
6. Trenne berufliche und private Routinen bewusst. Als ambitionierte Supermama bist Du in beiden Welten unterwegs – und beide brauchen ihre eigenen Anker. Der Morgen gehört vielleicht Dir. Der Abend der Familie.
7. Feiere das Langweilige. Der Tag, an dem Deine Routine so sitzt, dass sie sich langweilig anfühlt, das ist Dein Erfolg. Nicht der Ausreißer nach oben, sondern der stabile Durchschnitt.

Und hier kommen meine liebsten Routinen in meinem Alltag, die mir Sicherheit geben und mein Nervensystem auf Autopilot stellen, so dass ich an anderer Stelle Kraft habe für Neues und Ungewohntes:
☀️Am Morgen
- Unverhandelbar: Sport bzw. Bewegung am Morgen. Laufen, Yoga, Reiten, Schwimmen... Hauptsache, Bewegung! Danach frisches, warmes Zitronenwasser und mein Tag ist schon ein Win!
- Handy auslassen: Erst mal mich selbst von innen führen, bevor ich durch andere konrolliert werde.
- Danach: erst auf den Kalender, anstatt auf Emails und ToDo-Listen schauen.
💡Für mehr Fokus
- Bullet Journalling: Täglich ein paar Minten für die wichtigsten Prioritäten für meinen Tag, meine Woche, meinen Monat, mein Jahr.
- Mindestens zwei Stunden Deep Work an einem wichtigen Thema.
- Schwierige Dinge gleich morgens bzw. vormittags erledigen.
- Handy und Benachrichtigungen aus.
- Meetings möglichst am Nachmittag und bündeln.
- Immer Wasser auf dem Schreibtisch.
🌟Leadership
- Mindestens zwei Tage pro Woche im Büro, um Kollegen persönlich zu treffen.
- Montags Wochenplanung, freitags Wochenrückblick.
- Jeden Tag jemanden entwickeln (lies: Feedback geben, an Inhaltlichem coachen, motivieren und empowern).
❤️Familie und Zuhause
- Gemeinsames Abendessen, bei dem die Kinder lautstark ihren Tag verarbeiten können (alle quasseln durcheinander...!). Die Handies bleiben dabei weg vom Tisch, auf dem stattdessen frische Blumen und Kerzen stehen.
- Ebenfalls nicht verhandelbar: Den Kindern am Abend vorlesen. Eine wunderschöne Art, den Tag zu beschließen, die Beziehung mit den Kindern durch Geschichten zu vertiefen und selbst ganz "schwer" zu werden.
- Jedes Kind bekommt mindestens für ein paar Minuten meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
- Familienkalender sonntags.
🌿Energie und Wachstum
- Jeden Tag mindestens einmal raus an die frische Luft und unter Menschen.
- Mit einem Fremden sprechen.
- Viiiiieeeeel Wasser trinken, Proteine essen.
- Schlaf priorisieren.
Zucker reduzieren.(hieran scheitere ich täglich!)- Jeden Tag lesen.
💛Dankbarkeit, Beziehungen und Lebensfreude
- Kleine Nachrichten und kurze Anrufe.
- In Gesprächen zuhören und Fragen stellen, anstatt mit Bezug auf mich selbst zu antworten.
- Vorsätzlich freundlich und positiv sein. Färbt auf andere und mich selbst ab.
- Viel barfuß laufen.
- Abends im Bett die drei Highlights des Tages bzw. die drei Dinge, für die ich dankbar bin, aufzählen.
Was mir sehr wichtig ist: ich liste alle diese Routinen auf, um Dich ein bisschen zu inspirieren, nicht um Dir Druck zu machen. Das sind meine Routinen und viele habe ich über lange Jahre aufgebaut. Nicht alle machen Sinn für Dich. Vieles daran ändert sich auch, immer wieder. Und: die Routinen, die mir, meiner Familie oder meinen Teams nicht von Vorteil sind, delegiere ich. Auch das mögen für Dich andere sein als für mich.
Evi's Fundstücke
📖 Auf meinem Nachttisch: Atomic Habits von James Clear. Falls Du das Buch noch nicht kennst: Es zeigt, warum kleine Gewohnheiten unser Leben oft stärker verändern als große Vorsätze. Und: Eat That Frog! von Brian Tracy, ein Klassiker zum Thema Fokus darüber, warum wir die wichtigste (und oft unangenehmste) Aufgabe des Tages zuerst erledigen sollten – und wie genau das überraschend viel mentale Energie freisetzt.
🎧 Auf meinen Ohren: Der Mel Robbins Podcast über Routinen, Motivation und warum wir nicht auf Motivation warten sollten.
☕ In meiner Tasse: Cappuccino Kuh(milch) nach meinem Morgen-Run. Am liebsten in meiner Bäckerei um die Ecke, wo ich mich gerne mit lieben Menschen aus meiner Nachbarschaft morgens auf einen kleinen Schnack einlasse.

❤️ Hat mich zum Lächeln gebracht: Der Satz "Sonst is der Dag irgendwie nich richtig." So schön und authentisch, dass ich ihn hier einfach noch einmal wiederholen muss.
Danke, dass Du hier bist.
Du bist großartig.
Und Du bist hier genau richtig.

Gründerin Evi Meyer’s World

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