Kein Wunder, dass Du müde bist!
Und: was eine Unternehmensberaterin über Deinen Alltag sagen würde

Liebe {{custom_5}},
letzte Woche hatte ich mal wieder so einen Tag der völligen Zerrissenheit: meine Erstklässlerin stand morgens am Schultor und weinte, aufgelöst, weil sie sich falsch ausgestattet für den Tag wähnte. Ich musste los zur Bahn, der Papa war schon früh morgens zu einer Reise aufgebrochen. Also habe ich, unter den mitleidigen Augen anderer Eltern, mein Kind unter Tränen der Klassenlehrerin überlassen und bin gegangen.
Auch nach 14 Jahren als “Working Mom” zerreißen mir solche Momente immer noch das Herz und ich frage mich dann, warum ich das eigentlich mache. Die gute Nachricht ist, solche Momente werden weniger - leichter zu ertragen sind sie jedoch nicht.
Meine Innere Kritikerin wird dann extrem laut und wirft mir unter anderem vor: "Du bist zu fragmentiert, kein Wunder, dass Dir nichts gelingt!" - Wie kann man zerstückelt sein und trotzdem seine Sache gut machen? Einen ersten Hinweis auf den Umgang mit diesem Vorwurf habe ich noch am selben Tag in meinem Meeting erhalten: Es ging um Operating Models und das optimale Design von Rollen... Falls Du solche Halb-da-Momente kennst, ist diese Ausgabe für Dich.
Außerdem nehme ich Dich heute mit in: Neuigkeiten aus unserer AuPairadise Founding Class, meine Learnings aus meinem Tag der Zerrissenheit letzte Woche, mein Pocket-System gegen das Chaos im Kopf, und einen Fernsehtermin für Donnerstag.
Schön, dass Du hier bist. Willkommen in der neuen Woche!🩷


Am Freitag hatten wir den Celebration Call der Founding Class. Einige der AuPairs sind nun offiziell durch mit dem Programm und haben ihre Graduation gefeiert. Das digitale Zertifikat kam noch während des Calls, das gedruckte folgt per Post, und ihre Gastfamilien haben ein Dankesvideo aufgenommen, das ihre Wärme und ihre Ideen würdigen. Ihren Zugang zum Kurs und zur WhatsApp-Gruppe behalten sie, damit sie neuen AuPairs als erfahrene Stimme zur Seite stehen können.
Andere AuPairs sind vor einigen Wochen nach Deutschland gekommen und mittendrin. Die Zwischenbilanz kann sich sehen lassen: Sie haben E-Bike-Fahren gelernt und bringen ihre Gastkinder inzwischen allein in den Kindergarten. Ihr Selbstbewusstsein wird größer. Abends kochen sie für die Kinder, Modul 2 ist geschafft, und das Workbook zur Essensplanung finden sie besonders hilfreich.
Jeder Weg und jedes Abendessen, das ein AuPair übernimmt, ist ein loses Ende weniger in Deinem Kopf. Dafür baue ich das alles.
Worüber ich diese Woche nachdenke
„Without selective interest, experience is an utter chaos."
– William James, The Principles of Psychology (1890)
Zurück zu dem Meeting, das dem Meltdown meiner Tochter und meinem Moment der Zerrissenheit folgte: Es ging dort um Operating Models und Rollendesign, also darum, Aufgaben so zuzuschneiden, dass Menschen sich nicht in zig Richtungen zerteilen und das, worin sie gut sind, möglichst gewinnbringend für die Organisation zum Einsatz bringen.. Weniger Fragmentierung, mehr Fokus. Während wir, wenn Menschen in ihrem Job Dinge tun, für die sie überqualifiziert sind, das im Beraterjargon “Role Pollution” nennen.
Denn: Keine Unternehmensberaterin der Welt würde auf die Idee kommen, eine Rollenbeschreibung zu erstellen, die derart fragmentiert ist: Mutter + Job + Kinder + Haushalt + Hobbys + Freunde + Netzwerk, alles in einer Person.
Kein Wunder, dass wir abends müde sind. Wir leben trotzdem so, und es funktioniert, Tag für Tag. Es hat nur einen Preis. Und einen Namen: Die Organisationsforscherin Sophie Leroy beschreibt in einer Studie von 2009 den attention residue, den Aufmerksamkeitsrest: Wer von einer Aufgabe zur nächsten wechselt, nimmt einen Teil seiner Aufmerksamkeit mit.
Die Rollen und Euer Familien-Operating Model rate ich Dir, immer wieder anzuschauen, neu zu schneiden und ggf. zu ändern. Dinge abzugeben. Das braucht Zeit und ein bisschen Mut, es lohnt sich aber. “Quick Wins” (um im Beratersprech zu bleiben) sind die losen Enden, die jede Rolle hinter sich herzieht, denn sie lassen sich verkleinern. Wie ich das mache, steht gleich unten.

In Evi's Welt gut gelöst
Mein Mittel gegen lose Enden ist unspektakulär: Jede Kleinigkeit bekommt ein eigenes Zuhause. Im Kopf wird es dadurch wenigstens ein bisschen leiser, und beim Umpacken greife ich nur noch nach einer kleinen Tasche statt nach vielen Einzelteilen.
1. Meine Bürotasche in Fächern. Ladegeräte und Kabel wohnen in einem eigenen Beutel. Deo, Bürste und Lippenstift kommen in ein Kulturtäschchen, meine Stifte, die ich sehr liebe, in ein Mäppchen. Wenn ich die Tasche wechsle, greife ich nur die wenigen kleinen Täschchen und weiß: Es ist alles drin, nun kann’s losgehen.
2. Im Koffer: Baumwolle statt Polyester. Packwürfel sind ja derzeit in aller Munde. Amazon spuckt sie en masse und meist aus Polyester aus ihren Lagerhäusern aus. Nachhaltigere Versionen aus Baumwolle gibt es bei Etsy. Eigentlich braucht es dafür aber nicht extra Würfel, denn das Prinzip der Unterteilung ist ebenso alt wie einfach und separate Täschchen, Wäschesäcke und dergleichen tun’s auch.
Die Methode funktioniert übrigens überall, wo viele Kleinigkeiten durcheinanderlaufen. Du kannst sie genauso auf Deinen Schreibtisch, Euren Kühlschrank, die Küchenschublade u.v.m. übertragen.
👉 Such Dir für diese Woche genau einen Ort aus, an dem Dich lose Enden nerven, und gib ihm ein kleines Zuhause.
Evi's Fundstücke
📅 In meinem Kalender: Donnerstag, 8. Oktober, 20:15 Uhr, 3sat. Die NANO Doku „Eltern-Burnout – was hilft gegen Erziehungsstress?“ von Denise Dismer. Laut Ankündigung geht es um Perfektionismus und Leistungsdruck, aber auch um die ungerechte Verteilung der Care-Arbeit. Rund fünf Prozent der Eltern landen demnach im Burnout. Um 21 Uhr folgt der NANO Talk „Familie aber anders“.
👜 In meiner Tasche: Lasst uns mal über Hygieneartikel sprechen: Wer kennt es nicht, dieses unangenehme Gefühl, wenn das Deo an seine Grenzen kommt, weil man wegen eines Sprints zum Gate, eines Meltdowns seines Kindes (siehe oben!) oder einer fordernden Jobsituation arg ins Schwitzen gerät. Ich habe letzte Woche Achselpads in der Drogerie entdeckt, direkt neben dem Deo, völlig unscheinbar. Du klebst sie in die Bluse oder das T-Shirt unter die Achseln und sie nehmen Dir damit zumindest eine Sorge ab.

Bis nächste Woche in Evi's World! Danke, dass Du hier bist.
Du bist großartig.
Und Du bist hier genau richtig.

Gründerin Evi Meyer's World
Schön ambitioniert.
💼 Corporate Working Mom, die anderen Frauen Mut machen möchte, ihre Ziele und Träume weiter zu verfolgen.
🏡 Denkt zuhause anders, um selbst Zeit für genau diese Ziele und Träume zu haben.
🎤 Founder von Evi Meyer's World: Erfahrungen und Hacks rund um Vereinbarkeit, Reflexionen zu Leadership und Lust auf die schönen Dinge des Lebens.
👨👩👧👦 Mama von zwei Mädchen und zwei Jungs.
🤓 Introvertierte Nerd, die sich Systeme und KI-Workflows baut, damit mehr Zeit für die schönen Dinge bleibt.
👟 Passionierte Läuferin und forever Pferdemädchen.
🍰 Backt aus ein paar einfachen Zutaten köstliche Dinge, die alle ihre Liebsten zusammenbringen.
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